Ausbildung: Motorflug

WER KANN FLIEGEN?

Frauen und Männer. Alt und Jung. Die Ausbildung kann im Alter von 16 Jahren begonnen, die Lizenzprüfung mit Vollendung des 17. Lebensjahres abgelegt werden. Voraussetzung ist das fliegerärztliche Tauglichkeitszeugnis Klasse 2.

WAS GEHÖRT ZUR AUSBILDUNG?

Ohne Theorie geht nichts. Navigation, Technik, Luftrecht, Meteorologie, menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen sind Pflichtfächer. Außerdem braucht man ein Sprechfunkzeugnis. Je nach angestrebter Lizenz sind 35 bis 45 Flugstunden, teils mit, teils ohne Fluglehrer, Minimum in der praktischen Ausbildung. Nach Erwerb der Lizenz ist in altersabhängigen Intervallen eine Untersuchung durch den Fliegerarzt und alle zwei Jahre ein Übungsflug mit einem Fluglehrer nachzuweisen, ebenso eine bestimmte Mindestanzahl Flugstunden.

IST EIN EIGENENS FLUGZEUG NÖTIG?

Nein. Vereinsflugzeuge sind Gemeinschaftseigentum. Außerdem verchartern Flugschulen ihre Motorflugzeuge. Eine kostengünstige Alternative zum individuellen Flugzeugkauf bieten Haltergemeinschaften.

ERLEBNIS, SPORT, REISEN

Ob im Vereinsflugzeug, klassischen Doppeldecker, modernen Hubschrauber oder schnellen Reiseflugzeug: Das Fliegen von Motorflugzeugen ist immer ein faszinierendes Erlebnis erst recht, wenn Frau oder Mann das Steuer selbst in der Hand hat. Navigationswettbewerbe, Kunstflug, das Schleppen von Segelflugzeugen sind Beispiele für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Motorflugzeugen im Luftsport.

FLIEGEN MIT DER NATUR

Jede Tour in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hat Auswirkungen auf die Umwelt. Im eigenen Interesse achten die Motorflugpiloten beim Treibstoffverbrauch auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Moderne Flugzeuge brauchen bezüglich ihres Treibstoffverbrauchs den Vergleich mit den gängigen Autos nicht zu scheuen.

Die Belastung durch Fluggeräusche ist im Vergleich zu anderen Verkehrsgeräuschen gering. Anreize wie reduzierte Landegebühren und rechtliche Vorschriften, zum Beispiel Betriebsbeschränkungen

Für Flugzeuge ohne erhöhten Lärmschutz, haben für wirkungsvolle Maßnahmen zur Geräuschminderung an Motor und Propeller gesorgt. Motorflugzeuge benötigen keine großen Betriebsflächen: Im Allgemeinen genügt ein Gras- oder Asphaltstreifen von 700 Metern Länge. Viele Flugplätze werden von Vereinen in eigener Regie an- gelegt, gepflegt und betrieben und stehen manchmal auch dem Geschäftsreise- und gewerblichen Verkehr zur Verfügung. Perso- nal- und Sachkosten des Flugplatzbetreibers werden durch eine Landegebühr zumindest teilweise abgedeckt.

WETTBEWERBSSPORT MOTORFLUG

Eine besondere Herausforderung stellt das Messen der Leistung im sportlichen Wettbewerb dar. Beim Navigationsflug werden an Piloten und Navigator hohe Anforderungen bei Flugvorbereitung, zeitgenauem Einhalten des Flugplans, exakter Navigation ohne elektronische Hilfsmittel und präziser Landung gestellt. Der Präzisionsflug unterscheidet sich vom Navigationsflug dadurch, dass der Pilot allein alle Aufgaben meistern muss. Der für den Betrachter spektakuläre Kunstflug verlangt die perfekte Beherrschung des Flugzeugs in allen denkbaren Fluglagen.

IST MOTORFLIEGEN GEFÄHRLICH?

Technik und Material der Motorflugzeuge werden ständig überwacht bei gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Nachprüfungen und weiteren Flugzeit abhängigen Kontrollen, bieten ein hohes Maß an Sicherheit. Die sorgfältige Ausbildung der Piloten führt zu einem guten Sicherheitsstandard. Der DAeC bietet Lehrgänge und Flugsicherheitsseminare zur Weiterbildung an. Mit Disziplin und Respekt vor den Anforderungen der Fliegerei sind die Voraussetzungen für unfallfreies Fliegen gegeben.

Michael Theissen